
Guide
Die Schreine Nichzen-gu und Kunikake-gu befinden sich in der Stadt Wakayama in der Präfektur Wakayama. Auf demselben Gelände liegen zwei Schreine nebeneinander, die gemeinsam als „Nichizen-gu“ oder „Nagusa-no-miya“ bezeichnet werden. Als bedeutende Schreine der Provinz Kii beherbergen sie Spiegel, die in ihrer Bedeutung den heiligen Schätzen des Ise-Schreins (Yata-no-Kagami) ebenbürtig sind. Das Gelände ist geprägt von historischer Architektur und tiefen mythologischen Bezügen.
Die Geschichte dieses Ortes ist fest in der japanischen Mythologie verankert. Laut dem 'Nihon Shoki' wurde ein Spiegel, den die Gottheit Ishikori-dome-no-mikoto schmiedete, als heiliges Objekt verehrt. Der Legende nach erhielt der erste Kaiser, Jimmu, den Spiegel 'Hizō-kagami' und den Speier 'Himiko-kagami' von der Gottheit Amenomichine-no-mikoto. Der Spiegel wurde dem Nichizen-gu und der Speier dem Kunikake-gu gewidmet. Im Mittelalter war der Ort ein wichtiger Stopp auf dem Weg der Pilger nach Kumano. Trotz historischer Zerstörungen, etwa unter Toyotomi Hideyoshi, wurde die Anlage später wiederaufgebaut. Die heutige symmetrische Anlage spiegelt die Gestaltung aus der Taisho-Ära wider.

Das Gelände ist zweigeteilt: Links vom Eingang befindet sich der Nichizen-gu und rechts der Kunikake-gu. Beide verfügen über prachtvolle Haupthallen (Honden und Haiden). Über das Gelände verteilt finden sich zudem verschiedene Nebenschreine wie der Amado-jinja oder der Matsuo-jinja, die jeweils eigene Gottheiten verehren. Ein Spaziergang durch das Gelände ermöglicht es, die Verbindung zwischen den mythologischen Spiegeln und dem Ise-Schrein hautnah zu erleben.
Das Jahr bietet vielfältige kulturelle Ereignisse: Das Setsubun-Fest im Februar, das Genzai-Fest im April oder das berühmte 'Nichizen-no-Takigi-Noh' (Feuer-Noh-Theater) im Juli. Besonders die Atmosphäre im Mai, geprägt durch die Traditionen des Iris-Festes, ist sehenswert. Für eine spirituelle Ruhe empfiehlt sich ein Besuch am frühen Morgen. Tagsüber lassen sich die feinen Details der Architektur und die umgebende Natur am besten beobachten.

Besucher können die traditionelle Struktur japanischer Schreine studieren. Goshuin (heilige Stempel) sind erhältlich (oft als fertige Karten). Zudem können hier traditionelle Hochzeiten oder Segnungen durchgeführt werden. Ein besonderes Erlebnis ist die 'San-sha-mairi', eine Pilgerreise, die diese Schreine mit anderen wichtigen Orten wie dem Kamoyama-Schrein verbindet.
In der Stadt Wakayama gibt es zahlreiche weitere historische Stätten, wie den Itakiso-Schrein. Die Erreichbarkeit ist durch die Nutzung der JR Kisei Main Line oder der Wakayama Dentetsu Kishi-gawa Linie zu anderen Sehenswürdigkeiten der Region sehr gut gegeben.