
Guide
Das im Herzen von Nagahama (Präfektur Shiga) gelegene Hikiyama Museum bewahrt die Kultur und Geschichte des über 400 Jahre alten „Nagahama Hikiyama Matsuri“. Das absolute Highlight des Museums ist die Möglichkeit, die prachtvollen und kunstvoll verzierten „Hikiyama“ (Festwagen), die tatsächlich bei den Festen eingesetzt werden, aus nächster Nähe zu bewundern. Die Exponate sind ein Meisterwerk der Handwerkskunst aus der Edo-Zeit. Besonders einzigartig ist die hauseigene „Reparaturwerkstatt“ (Repair Dock), in der die Instandhaltung der Wagen stattfindet.
Die Kultur der Hikiyama-Wagen in Nagahama reicht bis in die Azuchi-Momoyama-Zeit zurück. Die Tradition begann mit der Feier zur Geburt von Toyotomi Hideyoshi, dem ehemaligen Herrscher der Burg Nagahama. Im Laufe der Edo-Zeit entwickelten die Stadtbewohner den Stolz auf ihre prunkvollen Wagen, die mit aufwendigen Verzierungen geschmückt wurden. Ein zentrales kulturelles Element ist das „Kodomo Kabuki“ (Kinder-Kabuki), bei dem Kinder zwischen 5 und 12 Jahren auf den prachtvollen Bühnen der Wagen auftreten – ein Symbol für die lebendige Tradition der Region.
Das Museum bietet verschiedene interaktive Bereiche. Im Erdgeschoss befindet sich die „Hikiyama-Ausstellungshalle“, in der vier echte Festwagen untergebracht sind (jeweils zwei werden alle drei Monate ausgetauscht). Ein besonderes Erlebnis ist die Reparaturwerkstatt im ersten Stock: Durch ein Beobachtungsfenster können Besucher den Handwerkern bei der Pflege der Wagen zusehen. Im Video-Raub im Obergeschoss erleben Sie zudem die dynamischen Darbietungen des Kodomo Kabuki. Darüber hinaus finden Sie historische Dokumente, wie die berühmten „Mikoshi-maku“ (Vorhänge) aus der ganzen Welt sowie Modelle traditioneller Stadthäuser aus Nagahama.
Die Ausstellungen variieren je nach Jahreszeit. Im April werden beispielsweise die Wagen „Kasugiyama“, „Gekkyuden“, „Kanshu-yama“ und „Seigaizan“ besonders präsentiert. Da sich die gezeigten Wagen und die Themen je nach Saison ändern, bietet jeder Besuch eine neue Perspektive auf die reiche Geschichte der Stadt. Tagsüber können Besucher zudem digitale Erlebnisse mit AR-Fotofunktionen nutzen oder die Modelle der Festbühnen erkunden.
Neben dem reinen Betrachten der Exponate bietet das Museum interaktive Stationen. Im Erdgeschoss steht ein maßstabsgetreues Modell einer Bühne bereit, auf das man (ohne Schuhe) steigen kann, um die Dimensionen eines Festwagens hautnah zu spüren. Ein weiteres Highlight ist die „AR-Fotoecke“ am Haupteingang: Mit einer speziellen App können Sie digitale Charaktere der Kabuki-Darsteller in Ihre Fotos integrieren. Dies macht den Besuch nicht nur zu einer Lernreise, sondern zu einem lebendigen Erlebnis.
Das Museum liegt in einem Viertel mit historischer Architektur. Ein Spaziergang durch die traditionellen Straßen von Nagahama lässt die Verbindung zwischen der Geschichte im Museum und dem täglichen Leben der Stadt spüren. Eine Kombination aus Museumsbesuch und einem Rundgang durch die historische Stadtstruktur wird besonders empfohlen.
Das Museum ist für einen komfortablen Besuch ausgestattet. Da man für die Nutzung der Bühnenmodelle die Schuhe ausziehen muss, empfehlen wir bequemes Schuhwerk, das leicht zu handschuh- oder Socken-gerecht zu handhaben ist. Bitte achten Sie beim Fotografieren auf die geltenden Regeln zum Schutz der wertvollen Exponate. Es stehen auch Ruhebereiche und (gegen Gebühr) Konferenzräume zur Verfügung.