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Die Hiketa-jo Burgruine befindet sich in der Stadt Higashi-Kagawa in der Präfektur Kagawa. Sie ist als nationale historische Stätte ausgewiesen und stellt die Überreste einer sogenannten 'Hügelburg' (Hirayama-jō) auf dem Berg Shiroyama dar. Als eines der 'Zoku Nihon 100 Meijo' (die Fortsetzung der 100 bedeutendsten Burgen Japans) ist dieser Ort ein Muss für Geschichtsinteressierte. Ursprünglich verfügte die Anlage über eine U-förmige Struktur mit Türmen (Yagura) an den vier Ecken. Heute sind vor allem die Spuren der nördlichen und westlichen Türme sichtbar, die die einstige militärische Architektur eindrucksvoll dokumentieren.
Die Geschichte der Hiketa-jo reicht bis in die späte Muromachi-Zeit zurück. Ursprünglich war sie der Sitz der Samukawa-Familie, bevor sie 1570 durch einen Angriff der Miyoshi-Familie den Besitzer wechselte. Ein besonders bekannter Name in der Geschichte der Burg ist der Kriegsheer Sengoku Hidehisa. Nach der Unterwerfung von Shikoku durch Toyotomi Hideyoshi kehrte er nach der Niederlage gegen die Chosokabe-Armee an diesen Ort zurück. Später, im Jahr 1587, wurde die Burg von Ikoma Chikamasa verwaltet, der jedoch aufgrund der geografischen Lage der Burg zum Seitsu-ji umzog. Mit dem 'Ein-Provinz-Ein-Schloss-Edikt' im Jahr 1615 verlor die Burg ihre Bedeutung und geriet in Vergessenheit. Erst durch moderne kulturhistorische Untersuchungen wurde sie 2020 offiziell als erste nationale historische Stätte der Stadt Higashi-Kagawa anerkannt.

Beim Besuch der Ruinen können Sie die Spuren der einstigen Festungsstruktur nachvollziehen. Besonders markant sind die Fundamente der nördlichen und westlichen Türme, die einst die Verteidigung des Geländes sicherten. Entlang der Topografie des Berges Shioyama lassen sich die ehemaligen Verteidigungslinien und Gräben erkennen. Obwohl keine Gebäude mehr existieren, ermöglicht die Beschaffenheit des Geländes ein tiefes Verständnis für die damalige militärische Strategie. Die Verbindung von historischer Stätte und der umliegenden unberührten Natur macht den Besuch besonders reizvoll.
Da die Ruinen in den staatlichen Wald des Berges Shioyama eingebettet sind, bietet die Umgebung je nach Jahreszeit ein wechselndes Naturschauspiel. Im Frühling und Sommer ist die Anlage in ein sattes Grün gehüllt, während sich im Herbst die Farben der Landschaft wandeln. Es gibt keine zeitlichen Beschränkungen für den Besuch, jedoch empfiehlt sich ein Besuch während der hellen Tagesstunden, um die topografischen Details und die Spuren der Türme optimal erkennen zu können. Die ruhige Atmosphäre lädt zu entspannten Spaziergängen ein.
Anstelle klassischer Besichtigungen von Gebäuden steht hier die 'historische Erkundung' im Vordergrund. Es ist eine faszinierende Erfahrung, die heutige Topografie mit den alten Verteidigungsstrategien zu vergleichen und zu rekonstruieren, wie die Burg einst ausgesehen haben muss. Für Sammler der 'Zoku Nihon 100 Meijo' bietet der Ort zudem die Möglichkeit, den offiziellen Stempel zu sammeln.
Die Umgebung der Hiketa-jo ist geprägt von historischer Atmosphäre. Die Ruinen sind bequem zu Fuß von der Station Hiketa (JR Kotoku-Linie) aus erreichbar. Sie lässt sich hervorragend in eine Rundreise durch die Geschichte der Provinz Sanuki integrieren, zusammen mit anderen historischen Stätten in der Präfektur Kagawa.
Da es sich um eine natürliche Geländestruktur handelt, sind die Wege oft unbefestigt. Bitte tragen Sie festes Schuhwerk.