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Hashima, weithin bekannt als Gunkanjima (Schlachtschiff-Insel), ist eine künstliche Insel vor der Küste von Nagasaki. Durch Landgewinnung entstand diese Insel, die von der Meiji- bis zur Showa-Ära als Zentrum für den Untertagebau von Kohle florierte. Aufgrund ihrer Silhouette, die einem Kriegsschiff (der „Tosa“) ähnelt, erhielt sie den Namen Gunkanjima. In den 1960er Jahren galt sie als Symbol der Modernisierung mit einer der höchsten Bevölkerungsdichten Japans und markanten Hochhaus-Wohnkomplexen. 2015 wurde sie als Teil des „Industriellen Erbes der Meiji-Zeit“ in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
Hashima war entscheidend für die Modernisierung Japans, da sie als wichtiger Knotenpunkt für die Kohleförderung diente. Die Insel war eine hoch entwickelte Stadt: Es gab Schulen, Krankenhäuser, Kinos und sogar Unterhaltungseinrichtungen, sodass das tägliche Leben autark auf der Insel möglich war. Mit dem Übergang von Kohle zu Öl als primärer Energiequelle verlor die Insel jedoch ihre Bedeutung. Nach der Schließung der Minen im Jahr 1974 verließen die Bewohner die Insel, und heute ist sie eine unbewohnte Ruinenlandschaft. Diese Ruinen sind ein wertvolles Zeugnis für den Aufstieg und den Strukturwandel der japanischen Industrie.

Im Zentrum des Interesses stehen die Überreste der massiven Stahlbeton-Wohngebäude und die Ruinen der ehemaligen Infrastruktur. Diese Bauwerke gelten als historisch bedeutsam, da sie zu den ersten Hochhaus-Wohnanlagen Japans gehörten. Bei einer geführten Landetour können Besucher die Struktur der ehemaligen Stadt hautnah erleben und die Lebensweise auf dem eng begrenzten Raum inmitten des Meeres nachvollziehen. Auch von der Schiffsbrücke aus bietet die Silhouette der Insel mit ihren markanten Kaimauern und Ruinen einen spektakulären Anblick.
Der Besuch von Gunkanjima hängt stark von der Wetterlage und dem Seegang ab. Eine Landung auf der Insel ist nur möglich, wenn die Windgeschwindigkeit unter 5 m/s, die Wellenhöhe unter 0,5 m und die Sichtweite über 500 m liegt. Die besten Monate für einen Besuch sind Februar, März, April, Mai, Oktober, November und Dezember, da hier oft ruhigeres Wetter herrscht. In der Sommerzeit oder während der Taifun-Saison kommt es häufiger zu Absagen oder dem Verzicht auf die Landung aufgrund der Wellen. Da sich die Fahrpläne saisonal ändern können, ist eine vorherige Prüfung der Bedingungen ratsam.

Ein Besuch ist nur über spezialisierte „Landetouren“ der örtlichen Reedereien möglich. Die Fahrt vom Hafen Nagasaki dauert etwa 40 Minuten. Obwohl der Aufenthalt auf der Insel zeitlich begrenzt ist, bietet das Erkunden der ehemaligen Wohngebiete und Industrieanlagen ein einmaliges Erlebnis. Auch wenn eine Landung aufgrund des Wetters nicht möglich ist, bieten die Rundfahrten eine beeindruckende Aussicht auf die gesamte Insel vom Wasser aus.
Der Ausgangspunkt für die Touren ist der Hafen von Nagasaki. Die Stadt Nagasaki selbst ist bekannt für ihre wunderschönen, hügeligen Straßen, historischen Tempel und Kirchen, was sie zu einem idealen Ziel für einen kombinierten Kulturtrip macht. Auch die benachbarte Insel Takashima, die eine ähnliche Bergbaugeschichte teilt, ist ein interessantes Ziel. In der Nähe des Hafens finden Sie zahlreiche Anbieter, die den Aufenthalt vor oder nach der Tour mit Sightseeing verbinden können.
