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Der Gujo Odori, der in Gujo Hachiman (Präfektur Gifu) stattfindet, ist als einer der drei bedeutendsten Bon-Tänze Japans bekannt. Das Festival wird jährlich von Mitte Juli bis Anfang September über insgesamt 32 Nächte hinweg gefeiert. Das Besondere ist, dass jeder frei am Tanz teilnehmen kann. Man bildet Kreise und tanzt im Uhrzeigersinn zur Musik – die Schritte sind so einfach, dass auch Anfänger und Touristen durch bloßes Nachmachen sofort mitmachen können. Während des Tanzes ziehen oft musikalische Plattformen (Yagura) durch die Menge und sorgen für eine mitreißende Stimmung.
Die Wurzeln des Gujo Odori liegen in den mittelalterlichen 'Nenbutsu Odori' oder 'Furyo Odori'. Es gibt Theorien, dass das Fest entweder vom ersten Daimyo Endo Yoritaka zur Förderung des Gemeinschaftsgefühls gefördert wurde oder zur Versöhnung der Bevölkerung nach Bauernaufständen in der Mitte der Edo-Zeit entstand. Obwohl der Bon-Tanz während der Modernisierungsphase der Meiji-Zeit zeitweise eingeschränkt war, retteten die Bürger die Tradition durch die Gründung der 'Gujo Odori Preservation Society' im Jahr 1922. Heute ist das Fest als wichtiges immaterielles Kulturgut Japans eingestuft.
Der absolute Höhepunkt ist das 'Urabon-e' (Tetsuya Odori) vom 13. bis 16. August. In dieser Zeit wird von 20:00 Uhr bis etwa 4:00 oder 5:00 Uhr morgens ununterbrochen getanzt. Menschen aus der Ferne reisen an, um an diesem exzessiven Nachtdurchtanzen teilzunehmen. Ein weiteres Highlight ist der 'Verkleidungswettbewerb' Ende August, bei dem Teilnehmer in aufwendigen Kostümen tanzen. Dies zeigt die lebendige und unterhaltsame Seite des Festivals, das weit über ein rein religiöses Ereignis hinausgeht.
Der Gujo Odori ist ein reines Sommerereignis. Die intensivste Zeit ist die Nacht, da es tagsüber sehr heiß ist. Besonders zwischen dem 13. und 16. August erreicht die Energie der Tanzenden ihren Zenit. Es ist üblich, die kühleren Abendstunden abzuwarten, um das Fest zu genießen. Da sich die Veranstaltungsorte je nach Tag zwischen Tempelgeländen, Straßen, Parks und öffentlichen Plätzen ändern, bietet jedes Mal eine neue Kulisse.
Die Hauptaktivität ist das aktive Mitmachen im Tanzkreis. Die Grundschritte sind sehr simpel und erfordern kein spezielles Können. Anstatt nur zuzuschauen, sollten Sie unbedingt selbst in den Kreis treten. Um voll in die Atmosphäre einzutauchen, empfiehlt es sich, traditionelle Kleidung wie einen Yukata (Sommerkimono) und Geta (Holzsandalen) zu tragen.
In der Region Gujo Hachiman gibt es Einrichtungen, in denen man das kulturelle Erbe auch außerhalb der Festzeit kennenlernen kann, inklusive Vorführungen und Ausstellungen. In der Nähe des Festgeschehens gibt es oft auch lokale Geschäfte und Restaurants, die bis spät in die Nacht geöffnet haben, um die Besucher zu versorgen.
Für die Teilnahme am Tanz wird bequeme Kleidung empfohlen. Da es sich um ein Open-Air-Event bei Nacht handelt, sollten Sie auf Hitze und Temperaturwechsel vorbereitet sein. Wichtig: Da viele Stände und lokale Geschäfte nur Bargeld akzeptieren, bringen Sie bitte ausreichend japanische Yen mit. Da das Gelände oft aus Straßen oder Tempelwegen besteht, sind festes Schuhwerk und Bequemlichkeit für die Füße ratsam.