
Guide
Die Goshono Iseki ist eine bedeutende Siedlungsstätte aus der mittleren Jomon-Zeit (vor etwa 5.000 bis 4.200 Jahren). Die weitläufige Anlage erstreckt sich über ein langgestrecktes Plateau und Hügelketten, die einst Wohnstätten, Erdhügel und Steinsetzungen beherbergten. Besonders faszinierend ist die Theorie, dass dieser Ort nicht nur als Siedlung, sondern primär als ein zentrales „Ritualzentrum“ diente. Ein besonderes Highlight ist die Nutzung moderner Technologie: Mit der speziellen „Goshono Iseki Guide-App“ können Besucher mittels VR (Virtual Reality) und AR (Augmented Reality) die heute unsichtbaren Landschaften und Strukturen der damaligen Zeit visuell erleben.
Die Fundstätte liegt am südlichen Rand der sogenannten „Zylindrischen Keramik-Kulturzone“, die sich von Nord-Tohoku bis in den Süden von Hokkaido erstreckt. Vor etwa 4.800 Jahren bildete sich hier eine kreisförmige Siedlung, bei der Pfostenbauten die Gräber und rituellen Strukturen umringten. Im Laufe der Zeit veränderte sich die Struktur der Siedlung: Sie teilte sich in östliche und westliche Bereiche auf und wandelte sich von einem reinen Wohnort zu einem spezialisierten Ort für rituelle Zeremonien. Dieser Übergang ist von enormem historischem Wert, da er den Prozess verdeutlicht, wie sich Wohngebiete und sakrale Stätten in der Jomon-Gesellschaft voneinander differenzierten.

Ein absolutes Muss ist die Besichtigung der rekonstruierten Gebäude, insbesondere der „Erdach-Häuser“ (Tsuchiyane-gebäute) und der Pfostenbauten. Die Rekonstruktion der Erddach-Häuser basiert auf präzisen archäologischen Experimenten, bei denen das Verhalten von verbranntem Holz und Erdschichten untersucht wurde, um ein authentisches Bild der damaligen Architektur zu vermitteln. Da auf dem Gelände nicht überall Informationstafeln stehen, ist die Nutzung von Tablets oder digitalen Guides sehr empfehlenswert, um die Topografie und die Strukturen der Ruinen dreidimensional zu verstehen.
Geführte Touren im Park finden in der Regel von Ende April bis Ende November statt, primär an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen. Die Landschaft verändert sich mit den Jahreszeiten, doch die stabilen Wetterperioden eignen sich am besten, um die rekonstruierten Gebäude und die historische Struktur in Ruhe zu beobachten. Die Führungen sind meist sechsmal täglich geplant, sodass Sie von vormittags bis nachmittags die Gelegenheit haben, tief in die Geschichte einzutauchen.
Die digitale Interaktion steht im Mittelpunkt: Im Goshono Jomon Museum können Sie Tablet-Geräte ausleihen, die mit der „Goshono Iseki Guide-App“ ausgestattet sind. Diese nutzt VR, AR und Drohnenaufnahmen, um die heutige Landschaft mit den Siedlungsbildern der Vergangenheit zu überlagern. So wird das Leben der Jomon-Menschen greifbar. Zudem bietet der direkte Anblick der rekonstruierten Pfostenbauten eine einzigartige Gelegenheit, die antiken Bautechniken und den Lebensstil hautnah zu erfahren.
In der Nähe der Ruinen fließt der Mabuchi-Fluss. Die Region war schon vor Jahrtausenden durch ihre natürliche Umgebung geprägt, die ideal für die Jagd, das Sammeln von Ressourcen und den Fischfang war. Die Kombination aus historischer Bedeutung und der natürlichen Schönheit der Umgebung lädt zu entspannten Spaziergängen ein.
Da das Gelände der Ruinen sehr weitläufig ist, empfehlen wir dringend festes, bequemes Schuhwerk. Wenn Sie ein Tablet für die digitale Führung ausleihen möchten, müssen Sie zwingend einen Lichtbildausweis (z. B. Reisepass oder Führerschein) vorlegen. Bitte prüfen Sie die aktuellen Termine für die Führungen vorab.