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Der Shoho-ji Tempel in Gifu-shi, Präfektur Gifu, ist als „Gifu Daibutsu“ weltbekannt. Das Herzstück ist die Shakyamuni-Nyorai-Statue, ein monumentaler Kago-Daibutsu (Korb-Buddha), der 1832 in der späten Edo-Zeit vollendet wurde. Diese als wichtiges Kulturgut der Präfektur Gifu eingestufte Statue wurde mittels der aufwendigen Kanshitsu-Technik (Trockenlack-Verfahren) geschaffen. Ein besonderes Merkmal des Shoho-ji ist die Zugehörigkeit zur Obaku-Schule, was sich in der markanten chinesisch geprägten Architektur und den rituellen Abläufen widerspiegelt.
Die Geschichte des Shoho-ji reicht bis ins Jahr 1638 zurück. Ursprünglich von dem Mönch Ko-on gegründet, wurde der Tempel später der Obaku-Schule zugeordnet. Die Errichtung des Gifu Daibutsu war ein monumentales Projekt unter der Leitung des 11. Abt Vai中 (Ichu), das über 38 Jahre hinweg realisiert wurde. Die feierliche Einweihung erfolgte 1832 unter dem 12. Abt Konsho. Dieser Bau zeugt von der enormen Hingabe und dem handwerklichen Geschick der damaligen Zeit und ist ein bedeutendes historisches Erbe der Region.

Das absolute Highlight ist der Gifu Daibutsu selbst. Da die Statue vor Witterung geschützt werden musste, wurde die Planung der Buddha-Halle (Daibutsu-den) direkt mit dem Bau des schützenden Daches koordiniert. Im Inneren der Statue befindet sich eine kunstvoll geschnitzte Yakushi Nyorai-Statue aus Zypressenholz. Die Figur hält die Mudra der Furchtlosigkeit (Abhaya Mudra) und trägt ein symbolisches Gefäß in der linken Hand. Die Architektur der Halle vereint den Ming-Stil mit traditionellen japanischen Elementen und bietet einen faszinierenden Einblick in die Edo-Zeit.
Der Tempel zeigt sich zu jeder Jahreszeit von seiner schönsten Seite. Die Duftnoten von Osmanthus und die zarten weißen Blüten des Ilex (Hiiragi) verlei-den dem Gelände eine besondere Atmosphäre. Ein besonderes Ereignis findet jährlich vom 1. bis 3. Januar statt, wenn Besucher (begrenzt auf die ersten 100 Personen) ein spezielles Glücksbringer-Bonbon erhalten können. Auch die rituellen Reinigungszeremonien (Susuharai) bieten eine spirituelle Atmosphäre in der klaren Luft.
Im „Daibutsu Koho-en“ (Teil des Shoho-ji Geländes) können Besucher die traditionelle Fucha-Ryori genießen. Dabei handelt es sich um eine spezielle Form der vegetarischen Tempelküche (Shojin Ryori) der Obaku-Schule. Wichtig: Für dieses kulinarische Erlebnis ist eine Reservierung mindestens zwei Tage im Voraus erforderlich. Es ist eine seltene Gelegenheit, die einzigartige Esskultur in einem historischen Rahmen zu erleben.
Der Shoho-ji liegt in der Nähe des Zentrums von Gifu und lässt sich ideal mit einem Besuch des Gifu-Parks oder einem Spaziergang entlang des Nagara-Flusses kombinieren. In der Umgebung finden sich zahlreiche Museen und historische Stätten, die das kulturelle Verständnis der Region vertiefen.
Beim Besuch des Tempels wird um Ruhe und Respekt gebeten. Bitte achten Sie auf die Flora (wie den Ilex) und berühren Sie die Pflanzen nicht. Die Zahlung der Eintrittsgebühr erfolgt in der Regel in bar. Falls Sie die Fucha-Ryori genießen möchten, planen Sie die Reservierung rechtzeitig ein. Für die Besichtigung empfiehlt sich angemessene, dezente Kleidung.