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Das Fujimori no Ta-asobi ist eine volkstümliche Kunstform aus dem Ortsteil Fujimori in der Stadt Yaizu, Präfektur Shizuoka. Im Jahr 1977 wurde diese Tradition als national wichtiges immaterielles Kulturgut Japans anerkannt. Die Zeremonie dient dem Gebet für die Kontrolle der Flüsse (Ooi-Fluss) und eine reiche Ernte. Das Besondere ist die Darstellung des landwirtschaftlichen Prozesses – vom Pflanzen der Reispflanzen bis zur Ernte – durch 25 verschiedene Szenen. Die Darsteller sind junge, unverheiratete Männer aus der Region, die in prächtigen, farbenfrohen Kostümen und mit Strohhüten, den sogenannten 'Shokko', auftreten. Besonders beeindruckend ist der Tanz 'Manto-bana', bei dem die Kostüme mit leuchtenden Blumen dekoriert sind und eine enorme visuelle Kraft entfalten.
Die Wurzeln dieser Tradition reichen weit zurück; es wird angenommen, dass die heutige Form bereits in der Genki-Ära (1570–1573) etabliert wurde. Ursprünglich wurde die Zeremonie am 17. Januar des alten Mondkalenders oder am 17. Februar des neuen Kalenders durchgeführt. Seit 1961 findet sie jedoch fest am 17. März am Ooi Hachiman-gu Schrein statt. Der Schrein selbst hat eine lange Geschichte, die bis zur frühen Heian-Zeit (782–806 n. Chr.) zurückreicht. Die Menschen, die damals das fruchtbare Land am Ooi-Fluss bewirtschafteten, errichteten den Schrein, um die Naturgewalten zu besänftigen und für eine friedliche Ernte zu bitten. Die heutige Form der Zeremonie festigte sich gegen Ende der Muromachi-Zeit und ist seit Jahrhunderten tief im Glauben der lokalen Gemeinschaft verwurzelt.
Das Highlight ist die dynamische Darstellung der landwirtschaftlichen Arbeit. Die Tänzer tragen farbenfrohe Gewänder und spezielle Schärpen. Die Strohhüte (Shokko) werden je nach Szene unterschiedlich dekoriert. Ein besonderer Blickfang ist beispielsweise bei den Szenen 'Tokutayu' oder 'Sarutagaku', wenn die 'Manto-bana'-Dekorationen besonders prachtvoll hervorstechen. Die Rollenverteilung unter den jungen Männern ist streng strukturiert, wobei der 'Furitori' eine zentrale Rolle bei der Leitung der Zeremonie einnimmt. Diese Tänze verkörperen das Konzept des 'Yoshuku' – das vorwegnehmende Feiern einer reichen Ernte, noch bevor diese tatsächlich stattfindet.
Das Fujomi no Ta-asobi findet jährlich am 17. März statt. Der Tag beginnt vormittags mit rituellen Zeremonien (Uchi-sai und Soto-sai) sowie einem Bogenschießen zur Wahrsagung. Der Hauptteil des Tanzes beginnt gegen 18:00 Uhr in der Abenddämmerung. Dies ist ein magischer Moment, da die traditionellen Tänze im Kontrast zur einsetzenden Dunkelheit und der künstlichen Beleuchtung eine ganz besondere Atmosphäre schaffen. Es ist die perfekte Zeit, um den Beginn des Frühlings und die Vorbereitung auf die landwirtschaftliche Saison in Japan hautnah zu erleben.
Durch den Besuch dieser Zeremonie können Sie die tiefe Verbindung zwischen der japanischen Agrarkultur und der Gemeinschaft verstehen. Die kraftvolle Performance der jungen Männer ist ein Symbol für die japanische Geisteswelt. Für Interessierte bietet das 'Fujimori no Ta-asobi Denshokan' (Traditionszentrum) die Möglichkeit, durch Ausstellungen und Videos tiefer in die Geschichte einzutauchen. Sollte es regnen, wird die Zeremonie oft in das dortige Gebäude verlegt, was die tiefe Verwurzelung der Tradition in der Region unterstreicht.
Neben dem Ooi Hachiman-gu Schrein befindet sich das erwähnte Traditionszentrum direkt in der Nähe. Es dient auch als Ort für Workshops für Kinder. Zudem bietet die Stadt Yaizu mit dem 'Yaizu City History and Folklore Museum' weitere Möglichkeiten, die reiche Geschichte und Kultur der Präfektur Shizuoka zu entdecken.
Da die Zeremonie im Freien am Schrein stattfindet, ist warme Kleidung ratsam, da es Mitte März in der Region noch recht kühl sein kann. Da es sich um ein religiöses Ritual handelt, wird um respektvolles Verhalten gebeten. Bitte beachten Sie die Hinweise für Besucher (inboundTips).