
Guide
Das „Tatadō no Oni Hashiri“ ist eine traditionsreiche Zeremonie, die seit über 500 Jahren (seit der Muromachi-Zeit) jährlich am 14. Januar (nach dem gregorianischen Kalender) im Nenbutsu-ji Tempel in Ōtsu-chō, Gojō, Präfektur Nara, gefeiert wird. Es ist als nationales bedeutendes immaterielles Kulturgut Japans anerkannt und steht symbolisch für die tiefe spirituelle Tradition des Landes. Das Herzstück des Ereignisses ist das Element des Feuers: In der tiefen Dunkelheit lodern riesige Fackeln auf, und das Tanzen der drei Oni inmitten von fliegender Glut hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Interessanterweise werden die Oni hier nicht als böse Wesen, sondern als „gute Dämonen“ betrachtet, die dem Buddha Amida dienen, um Unheil zu vertreiben und Segen zu bringen.
Der Austragungsort, der Nenbutsu-ji, ist ein historischer Tempel, der vermutlich in der Kamakura-Zeit gegründet wurde. Das Herzstück ist die „Amida-dō“ (auch Tatadō genannt), eine Halle mit einem traditionellen Reetdach. Der Name „Tatadō“ leitet sich von der rituellen Reinigung durch das Schlagen von Funken ab. Die Tradition wurde während der Muromachi-Zeit begründet, inspiriert von Zeremonien des berühmten Nijō-do Tempels in Kyoto, und wurde seitdem über Jahrhunderte ohne Unterbrechung weitergegeben. Auch die verwendeten Oni-Masken sind wertvolle Kulturgüter aus dem 15. Jahrhundert und zeugen von der enormen historischen Bedeutung dieses Festes.
Der Höhepunkt ist das „Nächtliche Oni Hashiri“. Drei Oni (Vater-Oni, Mutter-Oni und Kind-Oni) erscheinen in farbenfrohen Gewändern mit Äxten und Keulen. Wenn sie mit den massiven Fackeln durch die Halle tanzen, ist das ein überwältigendes Schauspiel aus Licht und Schatten. Besonders die Art und Weise, wie die Flammen die hölzernen Dachvors জেনে des Tempels streifen, macht es zu einem einzigartigen Kunstwerk aus Feuer. Es gibt auch eine Tagesversion, bei der die Fackeln nicht entzündet werden, was eine ruhigere, aber dennoch spirituelle Atmosphäre schafft.
Das Fest findet ausschließlich am 14. Januar statt. Da es im tiefsten Winter stattfindet, ist die Atmosphäre sehr feierlich, aber auch kalt. Der Ablauf ist wie folgt:
Die Vorbereitung der Teilnehmer ist Teil der Kultur: Die Fackeln wiegen etwa 60 kg. Die Zeremonie endet oft mit einem spannenden Moment, bei dem die Teilnehmer um die „Kanjōri“ (Papierstreifen) der Oni kämpfen, um Glück zu teilen.
Gojō ist eine Region mit wunderschöner, historischer Landschaft. Da die Parkmöglichkeiten während des Festes sehr begrenzt sind, empfiehlt es sich, frühzeitig zu planen. Die Umgebung bietet zudem viele ruhige, traditionelle Wege, die ideal für einen Besuch in Nara sind.