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Chaguchagu Uma Ko ist eines der bedeutendsten traditionellen Ereignisse der Präfektur Iwate. Das Herzstück des Festes sind die prachtvoll geschmückten Arbeitspferde, die mit einer Vielzahl von Glocken an Kopf und Rücken ausgestattet sind. Während der Prozession erzeugt das rhythmische „Chaguchagu“-Geräusch der Glocken eine hypnotische und festliche Atmosphäre, die die gesamte Umgebung erfüllt. Dieses Fest symbolisiert die tiefe historische Verbindung zwischen den Menschen in Iwate und ihren Pferden sowie die Bedeutung der Region als Zentrum der Pferdezucht.
Die Präfektur Iwate ist seit jeher als bedeutendes Pferdezuchtgebiet bekannt. Die Wurzeln des Chaguchagu Uma Ko liegen im traditionellen Mondkalender rund um das Fest des Drachens (端午の節句). Ursprünglich diente der Anlass dazu, die Arbeitspferde, die die harte Feldarbeit verrichteten, zu ehren und für deren Gesundheit und Wohlbefinden zu betteln. Der Besuch des Onigoe Sazen-Schreins war ein zentraler Bestandteil dieser Tradition. Im Laufe der Jahrhunderte, insbesondere seit der Mitte der Edo-Zeit, entwickelte sich aus dieser Geste der Wertschätzung eine prächtige Kultur der Festtracht, die heute die visuelle Pracht des Festes ausmacht.
Das beeindruckendste Merkmal ist die schiere Anzahl der Glocken: Ein einzelnes Pferd trägt oft über 700 Glocken, deren rhythmischer Klang das Markenzeichen des Festes ist. Neben dem Klang besticht die visuelle Ästhetik. Die festliche Kleidung der Pferde ist in leuchtenden Farben wie Rot, Weiß, Gold und Pink gehalten, verziert mit kostbaren Edelsteinen und feinen Stickereien. Jede Familie und jede Region pflegt dabei oft eigene, über Generationen weitergegebene Designs der Festtracht, was die Vielfalt der lokalen Handwerkskunst widerspiegelt.
Das Fest findet hauptsächlich im Zeitraum von Mai bis Juni statt. Besonders die Zeit rund um das traditionelle Fest des Drachens ist geprägt von der Atmosphäre der Erntevorbereitung und dem Dank an die Natur. Für Fotografen empfiehlt sich die helle Tageszeit, um die Brillanz der Farben und das Funkeln der Schmucksteine optimal einzufangen. Auch der Übergang zum Abend bietet durch das wechselnde Licht faszinierende Momente, in denen das Licht der Glocken und die Texturen der Stoffe unterschiedlich zur Geltung kommen.
Das Beobachten der Prozession ist eine tiefgreifende kulturelle Erfahrung. Man spürt den Respekt der Einheimischen gegenüber den Tieren und die Leidenschaft, mit der diese Traditionen bewahrt werden. Es ist eine Gelegenheit, die tiefe Verwurzelung der Region in der Pferdekultur zu verstehen. In der Region selbst kann man oft auch Einblicke in die Herstellung der Festtrachten erhalten, die teilweise auch außerhalb der Festzeit in Workshops gepflegt werden.
Die Prozessionsroute führt vom Onigoe Sazen-Schrein in der Stadt Takizawa bis zum Morioka Hachiman-Schrein in Morioka. Entlang dieser Route können Besucher die malerische Natur und die traditionelle Architektur von Iwate genießen. Die Umgebung ist reich an kulturellen Stätten, die die Geschichte der Pferdezucht und das ländliche Leben der Region dokumentieren.