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Aiuchi no Mushiokuri ist ein traditionsreiches Fest mit einer Geschichte von etwa 450 Jahren, das in der Region Aiuchi in der Stadt Goshogawara, Präfektur Aomori, gepflegt wird. Das Ziel des Rituals ist es, Schädlinge von den Feldern zu vertreiben und für eine reiche Ernte sowie die Gesundheit der Gemeinschaft zu beten. Es gilt als das Original der „Mushiokuri“-Rituale (Schädlingsvertreibung) in der Tsugaru-Region und ist als immaterielles Kulturgut der Präfektur Aomori anerkannt. Wenn die Nacht hereinbricht, beleuchten Fackeln den Weg, während Trommeln und Flöten die Prozession der wilden Pferde, der Schwerttänze und der beeindruckenden, 5 Meter langen „Nagamushi“ (Riesenschlange) begleiten – ein tief verwurzeltes kulturelles Spektakel.
Der Ursprung dieses Festes liegt eng mit der Reisbaukultur verknüpft. In der Vergangenheit stellten Schädlinge eine enorme Bedrohung für die Landwirtschaft dar, weshalb magische Rituale zur Abwehr durchgeführt wurden. Der Schwerttanz (Tachifuri) beim Aiuchi no Mushiokuri soll laut Legende auf Sakanoue no Tamuramaro zurückgehen. Zudem diente das Fest nach der Aussaat der Gemeinschaftsbildung. Es wird seit Generationen von den lokalen Jugendgruppen und Vereinen für das kulturelle Erbe mit großem Stolz bewahrt.
Der Höhepunkt ist der nächtliche Umzug, der in der Dunkelheit eine magische Atmosphäre schafft. Zuerst ziehen die „Arauma“ (wilde Pferde) auf Wagen mit komischen Bewegungen durch die Straßen. Es folgen die „Tachifuri“-Tänzer, die mit Schwertern in den Händen rhythmische Rufe wie „Hanerojahane-ro!“ ausrufen. Das spektakulärste Element ist die 5 Meter lange „Nagamushi“, die auf einem Wagen durch das Dorf getragen wird. Begleitet wird das Ganze von den Klängen von Trommeln, Flöten und Glocken.
Das Fest findet traditionell am zweiten Samstag im Juni statt, wenn die Zeit der Aussaat in den frühen Sommer ist. Da es ein Nachtfest ist, findet die Veranstaltung von abends bis in die Nacht statt. Das Spiel von Licht und Schatten durch Fackeln und Laternen verleiht dem Ganzen eine ganz besondere, mystische Stimmung, die sich stark vom hellen Tag unterscheidet.
Dieses Fest ist mehr als nur ein Zuschauen; man spürt die Energie der Gemeinschaft. Der Umzug startet am Ichiumura Community Center und zieht durch die Straßen. Die Teilnehmer feiern gemeinsam mit traditionellen Rufen, was die tiefe Verbundenheit der ländlichen japanischen Kultur widerspiegelt. Besucher können die historischen Tänze und die einzigartigen Kostüme direkt am Straßenrand beobachten.
Der Veranstaltungsort ist die Region Aiuchi in Goshogawara. In der Nähe befindet sich die wunderschöne Umgebung des Juso-Sees (Lake Juso), die je nach Jahreszeit mit spektakulären Landschaften lockt. Auch die Stadt Goshogawara ist gut erreichbar und bietet weitere kulturelle Einbliches.
Da das Fest im Freien bei Nacht stattfindet, empfehlen wir warme Kleidung für die Abendstunden sowie festes Schuhwerk für unebene Wege. Die Teilnahme am Umzug ist kostenlos. Für Verpfiege in der Umgebung sollten Sie Bargeld bereithalten. Bitte achten Sie beim Fotografieren darauf, die Bewohner und den Ablauf der Prozession nicht zu stören.